Was heißt Fachanwalt für Arbeitsrecht?

Die Anzahl der Rechtsgebiete und die hierzu ergehenden Neuerungen werden immer größer und unübersichtlicher. Daher kann kein Anwalt Fachmann für alle Rechtsgebiete sein. Allein derzeit existieren 23 Fachanwaltsgebiete. Umso wichtiger ist es, sich als Rechtsanwalt auf ein Rechtsgebiet zu spezialisieren und einen Fachanwalt zu absolvieren. Die Voraussetzungen zur Erlangung des „Fachanwalts für Arbeitsrecht“ stellen wir im Folgenden dar:

Zulassung als Rechtsanwalt

Erste Voraussetzung für die Verleihung eines Fachanwaltstitels ist, dass ein Anwalt sechs Jahre vor Antragstellung mindestens drei Jahre als Rechtsanwalt bei der Rechtsanwaltskammer zugelassen war. Nur erfahrene Rechtsanwälte können also einen Fachanwaltstitel beantragen. Berufsanfänger können hingegen kein Fachanwalt sein.

Nachweis der besonderen theoretischen Kenntnisse

Zum Erwerb des Titels „Fachanwalt für Arbeitsrecht“ muss der Anwalt des Weiteren besondere theoretische Kenntnisse nachweisen. Besondere theoretische Kenntnisse liegen nach § 4 FAO (Fachanwaltsordnung) vor, wenn diese auf dem Fachgebiet erheblich das Maß dessen übersteigen, das üblicherweise durch die berufliche Ausbildung und praktische Erfahrung im Beruf vermittelt wird.

Hierfür hat ein Anwalt an einem mindestens 120-stündigen anwaltsspezifischen Fachanwaltslehrgang für Arbeitsrecht, der alle relevanten Bereiche des Arbeitsrechts umfasst, teilzunehmen. Zusätzlich sind mindestens drei schriftliche Klausuren mit wenigstens 15 Zeitstunden aus verschiedenen Bereichen des Lehrgangs erfolgreich zu absolvieren.
Ein Fachanwalt verfügt damit über ein geprüftes Fachwissen.

Nachweis der besonderen praktischen Erfahrungen

Für die Verleihung der Bezeichnung „Fachanwalt für Arbeitsrecht“ hat der Fachanwaltsanwärter überdies besondere praktische Erfahrungen nachzuweisen.

So hat der Anwalt persönlich und weisungsfrei 100 Fälle im Individual- und kollektiven Arbeitsrecht zu bearbeiten und nachzuweisen. Hiervon müssen mindestens 50 von 100 Fällen auf gerichtliche Verfahren fallen.

Inhaltlich müssen die Fälle die Gebiete des Individualarbeitsrechts sowie des kollektiven Arbeitsrechts betreffen. Der Fachanwaltsanwärter muss also beispielsweise Erfahrungen im Bereich Arbeitsvertrag, Kündigungsschutz sowie im Tarif-, Personalvertretungs- und Betriebsverfassungsrecht nachgewiesen haben.

Durch die Bearbeitung dieser großen Anzahl an Fällen aus zahlreichen Gebieten des Arbeitsrechts sowie durch die hiermit verbundene Wahrnehmung von vielen Gerichts- und Verhandlungsterminen hat ein Fachanwalt also vertiefte praktische Kenntnisse und Erfahrungen im Arbeitsrecht erworben.

Genehmigung des Titels durch die Rechtsanwaltskammer

Nach Erlangen der besonderen theoretischen Kenntnisse und praktischen Erfahrungen müssen die entsprechenden Nachweise bei der zuständigen Rechtsanwaltskammer eingereicht und ein Antrag zur Führung der Bezeichnung „Fachanwalt für Arbeitsrecht“ gestellt werden. Die Unterlagen werden sodann durch einen Ausschuss der Rechtsanwaltskammer geprüft.
Nur wenn sämtliche Voraussetzungen vorliegen verleiht anschließend die Rechtsanwaltskammer die Berechtigung zum Führen der Bezeichnung „Fachanwalt für Arbeitsrecht“.

Fortbildungspflicht

Nach der Verleihung des „Fachanwalts für Arbeitsrecht“ muss der Rechtsanwalt der Rechtsanwaltskammer jährlich nachweisen, dass er sich fortgebildet hat. Diesen Nachweis kann er erbringen, indem er nach § 15 Abs. 1 FAO entweder wissenschaftlich publiziert oder an fachspezifischen Aus- oder Fortbildungen hörend oder dozierend teilnimmt.

Der Fachanwalt befasst sich im Rahmen der Fortbildungen insbesondere regelmäßig mit den Neuerungen und der aktuellen Rechtsprechung im Arbeitsrecht. Durch diese Fortbildungspflicht ist also gewährleistet, dass ein Fachanwalt für Arbeitsrecht ein stets aktuelles Fachwissen aufweist.

Fachanwalt für Arbeitsrecht – die richtige Wahl

Ratsuchenden ist damit zu empfehlen, einen Fachanwalt für Arbeitsrecht aufzusuchen.

Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht weist aufgrund der Vielzahl an bearbeiteten Fällen aus zahlreichen Fachgebieten des Arbeitsrechts sowie aufgrund der regelmäßigen Wahrnehmung von Gerichts- und Verhandlungsterminen vertiefte praktische Kenntnisse und Erfahrungen im Arbeitsrecht auf.

Überdies kann Ihnen ein Fachanwalt für Arbeitsrecht aufgrund der regelmäßigen Teilnahme an Fortbildungen ein aktuelles Fachwissen bieten. Der Gang zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht ist damit stets die richtige Wahl.

Die Fakten im Überblick

Hilfe bei arbeitsrechtlichen Fragen

Die Qualifikation des Fachanwalts sagt einiges über einen Rechtsanwalt aus. In der Kanzlei AHS Rechtsanwälte sind die verschiedensten Fachanwälte vertreten. So sind hier mehrere Fachanwälte für Arbeitsrecht, ein Fachanwalt für Steuerrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht und Insolvenzrecht tätig. Sie berät Sie in allen wirtschaftsrechtlichen Fragen gerne. Vereinbaren Sie dazu einfach einen Termin in den Büros der Kanzlei AHS Rechtsanwälte in Köln oder Bonn.

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